

| Erfahrungsbericht |
19. November 2008 |

Stefanie Ulrich
Mein größter Wunsch war schon immer, von Zuhause aus zu arbeiten. Ich hatte gerade meine Ausbildung als Übersetzerin abgeschlossen, doch zu diesem Zeitpunkt gab es nur wenig oder nur sehr schlecht bezahlte Arbeit für mich. Irgendwie ging nichts voran und ich war entsprechend frustriert.
Seit einiger Zeit schon, hatte ich begonnen mich mit Werbung zu beschäftigen und Ideen zu entwickeln. Doch auf die Idee, eine Ausbildung zu machen, kam ich nicht. Ich wusste auch gar nicht, dass es so etwas gibt. Wie wird man also Werbetexterin?
An einem besonders verdrießlichen Tag gab mir mein Lebensgefährte einen Brief zu lesen. Mit der Überschrift: "Könnten Sie einen Brief wie diesen schreiben?“ Ich wusste sofort, das ist es! Ich las den Brief in einem durch und dann noch einmal. Dann füllte ich die Anmeldung aus und faxte sie sofort los. Ich hatte mich entschieden: Ja, solch einen Brief werde auch ich schreiben können!
In den kommenden Monaten drehte sich bei mir alles nur um Werbung. Ich lernte in jeder freien Minute. Mein Lebensgefährte hatte glücklicherweise Verständnis und unterstützte mich nach Kräften.
Die Prüfungsaufgabe hatte ich schon frühzeitig fertig und wartete sehr ungeduldig auf die Beurteilung. Als sie dann endlich kam, war ich sehr ernüchtert. Ich hatte zwei grobe Denkfehler eingearbeitet.
Ich wusste nicht, was ich jetzt machen sollte. So wollte ich mich nicht als Werbetexterin auf die Kunden loslassen. Eine Zeit lang unternahm ich in Sachen Werbung gar nichts mehr. Glücklicherweise ging dann eine Tür in meinem alten Beruf auf und ich bekam verstärkt Aufträge als Übersetzerin. Doch die Werbetexterei konnte ich nicht vergessen.
Dann raffte ich mich auf und arbeitete den ganzen Kurs noch einmal durch. Ich fing mit der Abschlussarbeit so oft wieder von vorne an, bis ich wusste: Jetzt ist sie wirklich gut! Ich hatte endlich begriffen, dass Geduld, Beständigkeit und harte Arbeit in diesem Beruf das Wichtigste sind.
Außer den Kunden natürlich. Und die fehlten mir noch. Ich setze mir ein Datum, zu dem ich mich selbstständig machen wollte. Dann schrieb ich einen Werbebrief in eigener Sache und sandte ihn an sieben Firmen. Mein erster Kunde rief gleich am nächsten Tag an. Ich war ganz aus dem Häuschen. Kurze Zeit später gab es noch weitere Aufträge. Dann nichts mehr. Ganze vier Wochen. Hier war jetzt Geduld gefragt. Ich versuchte es wieder mit meinem Brief, doch diesmal erfolglos. Ich fand keine neuen Kunden.
Doch die Kunden fanden mich. Und irgendwann kam er, dieser eine entscheidende Anruf, der mein Durchbruch sein sollte. Als mein Anrufer den Namen seiner Firma, ein bekannter Verlag, nannte, dachte ich bei mir: "Das ist eine Nummer zu groß für dich.“ Mein Anrufer stellte mir ein paar Fragen und fragte nach Arbeitsproben. Ich freute mich sehr über den Anruf, glaubte aber nicht daran, dass ich den Auftrag bekommen würde. Dennoch sandte ich ihm wie besprochen meine Arbeitsproben.
Ein paar Tage später lud man mich zu meiner großen Freude zum Briefing ein. Ich bekam den Auftrag und schrieb mit Begeisterung. Was, wie ich später erfuhr, auch der Grund war, weshalb ich diesen Auftrag und noch viele weitere bekam. Wegen der Begeisterung, die aus meinen Texten herauszuhören sei.
Mittlerweile kann ich einen stetigen Kunden- und Auftragszuwachs verzeichnen und bin immer noch begeistert wie am ersten Tag, als mir dieser Brief mit der ungewöhnlichen Frage in die Hände fiel.
Stefanie Ulrich, Freiburg
Werbetexte für Printmedien & Internet
Stefanie Ulrich Wildtalstraße 7 79108 Freiburg Tel.: 07 61-1 37 67 77 Fax: 07 61-1 36 67 78

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